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Ein gutes Bewerbungsfoto selber machen – 5 grundlegende Tipps

Bewerbungsbilder sind teuer, wenn man sie einem professionellen Fotografen machen lässt. Das schnell ins Geld gehen – insbesondere, wenn man nicht nur ein Bewerbungsfoto benötigt, sondern sich für mehrere Stellen bewirbt und dafür jeweils unterschiedliche Looks oder Stile braucht. In diesem Artikel lernt ihr, wie man ein gutes Passbild als Bewerbungsfoto selber macht und worauf ihr dabei achten müsst.

Grundsätzliches zum Bewerbungsfoto

Zwar sind aufgrund von Antidiskriminierungsgesetzen von staatlicher Seite keine Bewerbungsbilder ergänzend zum Lebenslauf mehr zwingend erforderlich. Jedoch liegt es auf der Hand, dass Unternehmen und Personalstellen viel eher einen Lebenslauf mit einem aussagekräftigen Bewerbungsfoto bevorzugen, als dass die entscheidende Instanz gar nicht weiß, mit wem sie es zu tun hat. Deshalb ist ein stimmiges Bewerbungsbild, gesetzliche Vorgaben hin oder her, prinzipiell immer zu empfehlen. Einführend lässt sich sagen, dass es bei einem passenden Bewerbungsfoto im Grunde um ein stimmiges Gesamtbild geht. Ein Bewerbungsbild soll den Lebenslauf abrunden und das Passbild dabei zur angestrebten Stellung passen. Diesen Grundsatz sollte sowohl der Bewerber als auch der Fotograf stets vor Augen haben. Dass ihr kein Urlaubs- oder Freizeitfoto verwenden dürft, sollte sich von selbst verstehen. Auch, dass das Bewerbungsfoto höchstens 6 bis maximal 12 Monate alt sein soll. Es heißt, ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte – bei einem Bewerbungsfoto gibt es, neben einem korrekten Lebenslauf, keine zweite Chance. Deshalb sollte das Bild gut gewählt sein. Achtet unbedingt darauf, dass Details und Feinheiten bei einer Bewerbung eine große Rolle spielen! Schon die Nuancen von einem Lächeln machen bei einem Bewerbungsfoto einen großen Unterschied für den ersten Eindruck – ist das Lächeln künstlich aufgesetzt oder wirkt es herzlich offen und sympathisch? Ein solches Erscheinungsbild auf einem Bewerbungsbild ist fast so wichtig wie der Lebenslauf an sich. Wirklich gute Fotografen achten auf verschiedenste Dinge und weisen ihre Kunden für deren ideale Bewerbungsbilder darauf hin.

 

Hintergrund bei einem Bewerbungsfoto

In jedem Fall sollte der Hintergrund auf einem Bewerbungsfoto flach aussehen, ohne störende Elemente. Wählt für euer Bewerbungsbild einen möglichst großen Raum, um mit einem Objektiv mit großer Brennweite viel Spielraum zu haben. Am wichtigsten ist es, vor einem neutralen Hintergrund zu fotografieren. In welchem Raum ihr das Bild aufgenommen habt, sollte also nicht zu erkennen sein. Als Fotografen von Bewerbungsbildern solltet am besten vor einer glatten, weißen Wand fotografieren, alternativ geht auch ein grauer oder schwarzer Hintergrund – aber nur, wenn das Erscheinungsbild des Bewerbers und die Ausleuchtung exakt passen. Am besten für ein Bewerbungsfoto ist in jedem Fall ist ein weißer oder möglichst heller Hintergrund. Alternativ könnt ihr auch einen Studiohintergrund, bestehend aus einer Leinwand verwenden. Mehr dazu in dem Artikel über die beste Ausrüstung bei der Portraitfotografie.

 

Beleuchtung bei einem Bewerbungsfotos

Für Bewerbungsbilder nutzen Fotografen generell die High-Key-Beleuchtung als Standard. Benutzt dazu am besten zwei bis drei Lampen mit weichem Licht, bestenfalls Softboxen mit einem Stativ. Die Kamera muss sich dabei quasi „zwischen“ den Lampen befinden.

Das Führungslicht sollte schräg von der Seite auf den Bewerber/die Bewerberin fallen. Die Gesichtshälfte sollte dem Führungslicht zugewandt sein. Dabei sollte sich der Aufbau des Lichtes danach richten, welche Seite euer Model am liebsten von sich zeigt – eher die linke oder eher die rechte Körperhälfte? Das ist wichtig für den Wohlfühlfaktor des Bewerbers. Das Aufhelllicht sollte auf der anderen Seite vom Model aufgestellt werden und ebenfalls schräg fallen, aber nicht so stark wie die Führung sein. Im Idealfall ist eine der beiden Körperhälften heller als die andere. Nun hellt die dunklere Körperhälfte mithilfe eines Reflektors oder einer schwächeren dritten Lampe noch etwas nach, um unliebsame Schatten um Augen, Nase und Kinn wegzubekommen – diese machen insbesondere auf einem Bewerbungsfoto einen schlechten Eindruck. Wichtig ist, dass Gesicht und Körper nicht überstrahlen! Der normale Haut-Ton sollte immer noch zu erkennen und kein weißer Fleck sein. Achtet in diesem Zusammenhang auch auf Kleidung und Schmuck (dazu mehr weiter unten). Alle Konturen sollten stets dabei zu erkennen sein und eine Zeichnung haben. Nun geht es ans Feintuning: verändert die Abstände der Lampen zum Bewerber und dreht sie solange noch nach bzw. ein, bis ihr die gewünschte Ausleuchtung für das Bewerbungsfoto erreicht habt. Mehr zur Ausleuchtung von Portraitfotos findet ihr in dem Artikel über die Ausleuchtung für Anfänger bei der Portraitfotografie.

 

Passende Kameraeinstellungen bei einem Bewerbungsfoto

Achtet darauf, dass Bewerbungsbilder eine Ergänzung zum Lebenslauf sind. Ihr macht also kein Passbild für den Reisepass, sondern ein Bewerbungsfoto! Das wird bei einer Bewerbung leider viel zu oft verwechselt. Das heißt, fotografiert ruhig etwas offener, der Oberkörper eures Models sollte zu sehen sein. Später am Rechner könnt ihr immer noch etwas in das Bild hineinskalieren bzw. es vergrößern (dazu weiter unten mehr).

Positioniert die Kamera für euer Bewerbungsfoto in der richtigen Höhe. Gute Fotografen richten das Objektiv senkrecht zu den Augen des Bewerbers aus. Falls ihr ein Stativ benutzt, kippt die Kamera nicht! Das ist ein häufiger Anfängerfehler. Viele Amateur-Fotografen sind zu faul oder denken nicht daran, die Stativhöhe zu ändern, sondern schwenken lieber etwas nach unten oder oben – damit werden die Bewerbungsfotos schief. Das seht ihr dann an den Seitenrändern, dass diese sind mehr parallel, sondern nach oben oder unten aufeinander zu bewegen. Als Objektiv solltet ihr mindestens 50mm verwenden, besser mehr und soviel wie möglich. Besser sind 120mm, wenn ihr möglichst viel Raum zur Verfügung habt. Je mehr der Hintergrund in der Unschärfe liegt, desto besser. Bei großer Brennweite empfiehlt es sich jedoch unbedingt, ein Stativ zu verwenden. Denn ohne Stativ sind schnell kleine Wackler möglich, die sich auf einem Bewerbungsfoto unschön als kleine Bewegungsunschärfen auswirken. Wenn ihr die Kamera eingerichtet und euer Model ausgeleuchtet habt, erfolgt der Weißabgleich. Dieser könnt ihr entweder manuell oder automatisch vornehmen. Achtet in jedem Fall darauf, wie die Fotos auf dem Display eurer digitalen Spiegelreflexkamera aussehen – oftmals ist es bei vielen Kameras und Objektiven besser, auf „Schatten“ zu stellen und auf die Einstellung „Kunstlicht“ zu verzichten, auch wenn ihr dieses verwendet. Die Erfahrung zeigt, dass der „Kunstlicht“-Weißabgleich bei Bewertungsbildern oftmals zu künstlich aussieht und den Haut-Teint allzu sehr verfälscht.

Die grundlegenden Richtwerte bei einem ordentlich ausgeleuchteten Bewerbungsfoto sind in etwa: Blende f4,5 – 7,1; Belichtungszeit: 1/60 – 1/125; ISO: 100 – 320. Achtung, dies sind Standardangaben ohne Gewähr. Es sind Richtwerte, ihr müsst selbst schauen, wie das Bild auf eurem Display aussieht, da jedes Objektiv, jede Ausleuchtung mitsamt der Lampenstärke und jeder Raum anders ist. Achtet darauf, im RAW-Format zu fotografieren. Damit ihr ein sehr großes, komprimiertes Bild, bei dem ihr alle Farbräume zur Verfügung habt. Das ist ideal zur Nachbearbeitung. Die Bilder könnt ihr spielend leicht in kleine, handliche JPEGs umwandeln – der umgekehrte Weg ist nicht möglich. Zur Nachbearbeitung von Bewerbungsbildern empfehlen sich Programme wie Lightroom oder Adobe Photoshop, insbesondere um Details wie Pickel zu entfernen. Achtet dabei darauf, dass die Haut auf dem Bewerbungsfoto nicht zu unnatürlich aussieht, wenn ihr Farbtöne ändert – das macht sich nicht gut neben dem Lebenslauf. Besser gleich richtig ausgeleuchtet und sich die Mühe in der Nachbearbeitung gespart.

 

Passendes Auftreten bei einem Bewerbungsfoto

Nachdem bisher eher technische Tipps im Mittelpunkt standen, geht es nun um den oder die Bewerber/in. Euer Model soll für das Bewerbungsfoto ja so positiv wie möglich rüberkommen. Stellt eure/n Bewerber/in nicht frontal zur Kamera – das sieht aus wie ein typisches Passbild für die Polizeiakte. Das Model sollte sich leicht schräg zur Kamera stellen. Stellen heißt auch stellen und nicht sitzen. Achtet dabei auf die Tipps zur Beleuchtung weiter oben. Doch kommen wir nun zum eigentlichen Auftreten für die Bewerbungbilder.

Kleidung

Beginnen wir mit der Kleidung. Für einen üblichen weißen Hintergrund sollte bei der Bewerbung eher dunkle Kleidung mit einem hellen Unterteil darunter getragen werden – also etwa schwarzes Jackett mit weißem Hemd. Abgesehen davon kommt auf die Stelle an, auf die sich euer Model bewerben möchte. Bei einer Bewerbung als Kanalarbeiter braucht es nicht unbedingt ein Bewerbungsfoto in Anzug und Krawatte. Auf der anderen Seite sollte kein Polohemd bei der Bewerbung als Assistent der Geschäftsführung getragen werden. Bei der Bewerbung von kreativen Berufen empfiehlt es sich, nicht zu konservative Kleidung zu tragen. Richtig gekleidet und mit positiver Ausstrahlung kann man sich auch als Gothic oder Punk, bzw. mit Gesichtstattoos oder Piercings, für die meisten Stellen bewerben und dabei positiv auffallen. Dabei sollte in jedem Fall grundlegend für alle Bewerbungsbilder gelten, egal was für ein Typ das Model ist: es kommt bei einer Bewerbung auf eine gepflegte Erscheinung an! Beispielsweise sollten die Haare nicht strähnig herunterhängen und Bartträger ihre Gesichtsbehaarung stutzen.

Gesicht

Euer Model sollte definitiv Blickkontakt zu Betrachter halten. Das heißt bei Bewerbungsbildern: in jedem Fall in die Kamera blicken! Alles andere mag ein schönes Portraitbild sein, aber kein ansprechendes Bewerbungsfoto. Falls ihr lange Haare habt, achtet auf einen freien Gesichtsraum. Also kämmt die Haare nach hinten bzw. auf eine Seite oder – noch besser – wählt eine fixierte Frisur. Wenn ihr als Fotograf selber ein Bewerbungsfoto macht, achtet darauf, dass euer Model etwas, nicht zu viel, Make-up benutzt. Auch Männer sollten für ein erstklassiges Bewerbungsfoto ihr Gesicht zumindest leicht pudern oder abtupfen. Frauen sollten keinen zu roten Lippenstift verwenden. Auch empfiehlt es sich, dass sie nur dezenten Schmuck anlegen und keinesfalls zu dick auftragen. Es bietet sich an, dass Männer prinzipiell auf Schmuck verzichten und höchstens einen unauffälligen Anhänger tragen. Ob ihr Gesichtspiercings entfernen werden sollten, hängt von der Stelle ab, auf die ihr eure Bewerbung vorbereitet. Grundlegen wirkt ein kleines Piercing authentisch, könnte sich aber für eine Bewerbung als Bankangestellter beißen. Euer Model sollte freundlich und offen, aber nicht gestellt lächeln. Probiert als Fotograf verschiedene Posen aus: euer Bewerber kann den Kopf leicht dynamisch zur Seite neigen oder den Oberkörper nach vorn beugen. Manchmal, wenn das Lächeln authentisch-freundlich ist, können leicht verschränkte Arme, gerade auf Bewerbungsbildern, als Pose selbst- und führungssicher wirken. Achtet aber dabei, dass euer Model dabei trotzdem offen und einladend posiert. Tipps für No-Go’s, auf die in jedem Fall verzichtet werden müssen, zählen: faltige, fusselige oder dreckige Kleidung; ein zu tiefes Dekolleté; weit aufgeknöpfte Hemden; zu sehr gestellte Posen wie etwa die Denkerhaltung; unnatürliches „falsches“ Lächeln. Achtet darauf und lasst eure Kreativität spielen. Ein guter psychologischer Trick beim Fotografieren ist es, wenn sich euer Model den Moment vorstellt, wenn es von der Zusage für die angestrebte Stelle erfährt.

Zuletzt noch ein Extra-Hinweis für Frauen: Studien haben gezeigt, dass Frauen eher für ihren Wunschstelle genommen werden, wenn sie sich auf Bewerbungsbildern dezent männlich kleiden. Das bedeutet, ein Hosenanzug und eine dezente Bluse sind für ein Bewerbungsfoto neben dem Lebenslauf optimal. Dazu signalisieren eine Hochsteck-Frisur oder streng zurückgekämmte Haare Führungsstärke. Darauf könnt ihr achten, wenn sich euer Model für eine solche Stelle bewirbt.

 

Extra-Tipp: Nachbearbeitung

Wichtig ist auch, als Fotografen euer Foto nachzuarbeiten. Wie ihr Farbkorrektur etc. beispielsweise mit Adobe Photoshop vornehmen könnt, findet ihr noch als Tipps in anderen Artikeln. Hierbei geht es erst einmal um das korrekte Zurechtschneiden für eure Bewerbungsbilder. Die übliche Größen bei einem Passbild und Bewerbungsfoto sind 3,5 x 4,5 cm oder auch 9 x 13 cm, für andere 4,5 x 6 cm. Viele mühen sich damit ab, mit diversen Tools ewig die passende Größe und den richtigen Bildausschnitt bei ihrem Foto zu finden. Für das Anpassen an diese Größe gibt es verschiedene Generatoren überall im Internet, wenn man einfach danach googelt. Mit einem solchen Generator könnt ihr euer Bewerbungsfoto selber sofort auf die gängigen Formate von Passbildern und Bewerbungsbildern ohne Qualitätsverlust anpassen und im jpeg-Format abspeichern. Im Generator selbst gibt es auch Schablonen, mit denen ihr einfach euer Bewerbungsfoto anhand bestimmter Gesichtsmerkmale abstimmen könnt. Ein Generator-Tool könnt ihr downloaden oder auch selber direkt im Internet verwenden, indem ihr euer Bewerbungsfoto gleich in den Generator ladet und dieses automatisch korrekt beschnitten wird. Kurz: Mit einem Generator braucht ihr für das Zurechtschneiden eurer Bewerbungsbilder kein anders Tool mehr.