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Ideen für Familienfotos

Welcher (Hobby)-Fotograf kennt nicht folgende Situation. Die liebe Familie fragt: „Du machst doch Fotos und hast eine tolle Kamera. Kannst du nicht einmal ein schönes Familienfoto als Erinnerung für alle fotografieren?“ Diese Familienfotos sollen dann aber auch gleich keine schon hundertmal gesehenen langweiligen Schnappschüsse, sondern kreative Erinnerungen für die Ewigkeit sein. Insbesondere wenn Kinder mit auf das Bild sollen, ist die Anfertigung von Familienfotos keine leichte Aufgabe. Was es beim Fotoshooting von Familien zu beachten gilt, erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Hinweise für Outdoor-Familienfotos

Was ihr bei einem Fotoshooting im Studio bzw. mit Studiohintergründen beachten müsst, erfahrt in zahlreichen weiteren Artikel, wie einigen Grundlagen-Tipps über Portraitfotografie oder Hinweisen zur Beleuchtung bei der Portraitfotografie. Hier geht es um natürliche Räume. Ich persönlich finde, dass die freie Natur bei Tageslicht das optimale Set ist, um Familienfotos zu machen. Am allerbesten ist eine freie Lichtung für Outdoor-Fotografie. Diese Bilder, nicht Familienfotos in dunklen Innenräumen, wirken offen und die Atmosphäre freundlich, die ganze Umgebung ruhig und harmonisch. Und für den Hintergrund hat man bei Fotos im Freien soviel Raum, dass man diesen wunderbar unscharf bekommen kann.

Selbstverständlich sieht jedes Familienfoto am besten bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel aus. Achtet jedoch darauf, euer Fotoshooting mit der Familie nicht nur Mittagszeit durchzuführen, wenn die Sonne hoch am Himmel steht. Warum nicht? Weil das Auflicht harte Schatten erzeugt, besonders unter Kinn und Nase. Schlimmer ist jedoch, dass die Augen bei falscher Platzierung absaufen und nur schwarze Löcher sind. Damit wirken auf euren Familienfotos die Oma mitsamt Onkels und Tanten schnell eher gruselig als fröhlich und erinnerungswürdig – eure Familie wird euch für euer Fotoshooting nicht sonderlich danken. Falls ihr aus zeitlichen Gründen tatsächlich keine andere Möglichkeit habt, als eure Familienfotos zur hochstehenden Mittagssonne zu fotografieren, gibt es einen Trick: Benutzt eurer Blitzlicht für die Fotografie, das ihr auf die Gruppe richtet. Das mag etwas seltsam klingen, bei hellem Tageslicht mit Blitz zu fotografieren, aber somit kriegt ihr die Gesichter für die Familienfotos heller und vermeidet die eben beschriebenen Schatten weitestgehend. Aber nichtsdestotrotz, wesentlich günstiger für Familienfotos ist in jedem Fall die Morgen- oder Abendsonne, die wesentlich tiefer steht. Platziert eure Familie bei dem Fotoshooting natürlich nicht genau entgegen der Sonne, sodass alle blinzeln müssen, wenn sie nach vorn in die Kamera schauen. Klar ist auch, dass sich eure Familie auch nicht gegen die Sonne stellen sollte, wo ihre Gesichter bei dem Familienfoto verschluckt werden – wobei ein Silhouetten-Effekt, bei dem nur Umrisse und keine Gesichter zu sehen sind, auf der anderen Seite allerdings auch eine stilvolle Wirkung haben kann. Die Art der Fotografie funktioniert aber nur bei Kleinfamilien – Mutter, Vater, Kind(er). Platziert für eine schicke Ausleuchtung eines Familienfotos eure Angehörigen so, dass das Licht schräg von vorn kommt. Damit wirkt die Fotografie am stimmigsten und für die Familie am angenehmsten.

Bei einem bewölkten Himmel vermeidet ihr die Schattenproblematik bei euren Familienfotos. Insbesondere bei einem bedeckten Himmel sehen die Gesichter der Fotografie aus jeder Richtung gleichmäßig hell aus. Doch selbstverständlich wirkt ein dunkler Himmel wenig freundlich und einladend, erst recht bei einem Shooting für Familienfotos. Bei nur wenigen Wolken wird das Licht diffus und die Gesichter bringen einige Details zum Vorschein, was auch gute Familienfotos ergibt. Doch achtet auch hier darauf, eure Gruppe seitlich von der Sonne zu platzieren, da auch ein gering bedeckter Himmel bei einem Shooting Schattenwürfe erzeugt.

 

Verhaltenstipps bei Familienportraits

Wenn ihr eine passende Umgebung und ein gutes Posing für das Shooting eurer Familie gefunden habt, gilt es, diese in Stimmung zu bringen und sie während des Fotoshootings bei Laune zu halten, bis ihr eure passenden Familienfotos eingefangen habt. Im Vergleich zu Einzelportraits gibt es bei Gruppenportraits Vor- und Nachteile bei der Fotografie. Erst einmal kommt es darauf an, wie groß die Anzahl der fotografierten Familienmitglieder ist. Der größte Vorteil bei Gruppenbildern ist, dass Menschen meistens Menschen in Gruppen wesentlich lockerer drauf sind, als wenn man sie einzeln fotografiert. Das trifft vor allem auf die eher fotoscheuen Leute zu, die sich prinzipiell nur ungern ablichten lassen. Das bedeutet, dass man als Fotograf meistens keine großen Probleme hat, gewünschte Posen oder Lächeln zu bekommen. Ab und zu stellt sich doch jemand quer, dass die Person partout nicht mit auf den Familienfotos zu sehen sein will. Entweder hat diese Person dann Selbstwertprobleme oder will sich wichtig tun. In diesem Fall ist es bei Familien zumeist recht einfach, dass die anderen Mitglieder einem als Fotograf zu Hilfe kommen und flapsige Sprüche fallen („Nun stell dich nicht so an“ oder ähnliches). Meistens entspannt sich durch Humor die Situation von ganz alleine und die fotoscheue Person fügt sich dem lockeren Gruppenzwang. Wenn sich alle Familienmitglieder ordentlich auf ihrer Stelle platziert haben, hat man meistens nicht viele Möglichkeiten, außer optimistisch „und nun alle Lächeln“ zu sagen. Aber Achtung: man sollte sich schnell beeilen, um für seine Familienfotos gute Resultate zu erzielen. Lange hat man meistens nicht Zeit bei der Fotografie von Shootings mit der Familie, denn diese geht meist davon aus, dass man nur ein paar Schnappschüsse macht und gleich fertig ist. Sicherlich gibt es viele geduldige Angehörige, wo man genügend ausprobieren kann, ohne dass das Meckern losgeht. Aber in den allermeisten Fällen passiert es insbesondere aus der Anonymität der Gruppe heraus sehr schnell, dass sich die erste Person äußert, ob man denn nicht bald fertig ist. Dem schließen sich erfahrungsgemäß kurz darauf andere an. Wenn man nun nicht souverän darauf reagiert, passiert es oft sehr schnell, dass die ersten Anstalten machen, das Fotoshooting zu verlassen (etwa zum Buffet ; ) Die Gruppe splittet sich dann auf in Geduldige und Ungeduldige und löst sich dann schneller auf als gedacht. Man hat dann bei der Fotografie als verantwortliche Person kaum mehr die Möglichkeit, alle Personen nochmals zum posieren zu bewegen. Man kann als Fotograf eigentlich nicht viel mehr tun, als die Leute bei Laune zu halten. Dabei ist einerseits Humor meist das beste Mittel, andererseits positive Äußerungen bezüglich des Fortschritts des Shootings oder der Abwechslung. Probiert dabei ruhig Floskeln aus wie: „Und jetzt gucken alle nochmal erst – gut macht ihr das. Und jetzt nochmal alle freundlich lächeln. Super, nun nochmal ein freches Lächeln …“ Auch wenn ihr wisst, dass ihr bestimmte Variationen sowieso nicht verwenden werdet – nehmt sie trotzdem auf oder tut einfach so. Das gibt euch auch genug Zeit, Einstellungen an der Kamera wie Blende o.ä. nachzubessern und dabei trotzdem „professionell“ rüberzukommen. Wenn jemand aus der Reihe tanzt, ermahnt ihn freundlich, aber aufmunternd („Onkel Wolfgang, wo hast du denn hingeguckt?“ / „Oma, du hast leider nicht gelächelt.“). Das mag im ersten Moment für die betreffende Person gegenüber den anderen nicht nett sein, und diese mag sich vielleicht sogar bloßgestellt vorkommen. Aber meistens beugen sich dann die Portraitierten dann dem Kollektiv bzw. weist die Gruppe die Person entsprechend darauf hin, den Anweisungen des Fotografen Folge zu leisten – schon allein, weil die meisten Familienmitglieder das Shooting oftmals schnell hinter sich bringen wollen. Reizt in jedem Fall wie Ausdauer der Leute nicht aus oder probiert am Anfang erst einmal herum, sondern gebt möglichst rasch zu Beginn schon Gas.

 

Kreative Ideen für Familienportraits

Ihr solltet euch klar werden – wie sollen eure Familienfotos aussehen? Soll beispielsweise das Familienoberhaupt oder der Kern der Familie, wie Oma und Opa, oder etwa das jüngste Spross in der Mitte stehen oder sitzen und alle anderen Familienmitglieder stehen ringsherum lächeln in die Kamera? Das sind konservative Old-School-Schnappschüsse von Großfamilien, das man schon hundertmal gesehen hat. Damit geht man auf Nummer sicher, allerdings sind diese Klassiker der Familienfotos recht altbacken. Hiermit möchte ich euch einige Anregungen und Ideen mit auf den Weg geben, wie ihr euer Familienportrait erfrischend anders gestalten könnt.

Es gibt zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten bei Gruppenfotos. Dazu braucht es nur etwas kreative Ideen. Naheliegend ist dabei die Variante, für die Familienfotos nicht alle Angehörigen gleichmäßig nebeneinander zu stellen und in die Kamera lächeln zu lassen, sondern sie möglichst natürlich wirken zu lassen. Platziert dafür eure einzelnen Familienmitglieder so, dass sie sich nicht verdecken und lasst sie während des Shooting miteinander sprechen, sitzen, stehen, was auch immer. Das wirkt wesentlich ehrlicher und authentischer als die üblichen gestellten Portraitaufnahmen von Familienfotos. Eine andere Möglichkeit der Bildgestaltung ist, die Familienmitglieder nach der Körpergröße zu ordnen – von links nach rechts werden die Leute immer größer. Probiert auch aus, nicht nur Körper oder Gesichter zu fotografieren, sondern auch mal nur Körperteile. Vorschläge dazu: alle Familienmitglieder legen für ihr Shooting ihre Hände nebeneinander und ihr fotografiert von oben. Eine andere Möglichkeit ist es, dass sich alle Familienmitglieder mit nackten Füßen nebeneinander legen und ihr (untersichtig) die Füße aufnehmt. Oder fotografiert eine Treppe von der Seite, wobei auf jeder zweiten Stufe ein anderes Familienmitglied sitzt oder steht. Ihr seht, es gibt unzählige Motive, die ihr bei der Fotografie eurer Familie ausprobieren könnt, wenn nur ein klein wenig spielerische Kreativität ins Spiel kommt.

 

Fotografieren mit Babys und Kleinkindern

Eine Besonderheit bei Familienfotos tritt ein, wenn man Babys und Kleinkinder mit abbildet. Man kann sich eine Menge Zeit und Nerven sparen, wenn man sein Fotoshooting zu ihren Ruhezeiten durchführt, wenn die Kinder schlafen. Falls die Kinder wach sind oder die Eltern möchten, dass ihr Baby mit offenen Augen auf das Bild soll, gilt es, möglichst vor dem Platzieren der Familie die wichtigsten Einstellungen zu treffen – insbesondere die essentiellen Fragen wie Hintergrund oder Blickrichtung bei den Familienfotos. Die Eltern sollten vor dem Shooting ihr Kind lieber nochmal füttern. Haltet kurz vor dem Shooting für ein natürliches Verhalten der Kinder viele Spielsachen bereit. Die Eltern sollten während des Shootings dafür sorgen, dass sich ihre Kinder möglichst wohl fühlen und sich stets in ihrer Nähe befinden. Sagt den Eltern, dass sie beim Fotografieren nicht nach unten auf ihre Kinder, sondern zu euch blicken sollen. Eure Aufgabe als Fotograf ist es dann, die Aufmerksamkeit der Babys und Kleinkinder zu erlangen. Ein toller Trick dafür sind Seifenblasen – natürlich nur, wenn der Wind richtig steht. Diese wirken prima als Ebene im Bild, weiterhin reflektieren sie schön das Licht und die Kinder blicken (hoffentlich) mit leuchtenden Augen dorthin. Es müssen nicht unbedingt immer die Kinder direkt in die Kamera blicken.

 

Familienfoto-Idee: nostalgischer Stil

Es gibt auch ganz andere Arten von Familienfotos, etwa das Prinzip von Dearphotograph. Auf der Domain dearphotograph.com findet ihr eine Sammlung von zahlreichen Familienfotos, die für euch eine Inspiration sein können. Zwar folgt ihr bei diesem Konzept nicht einem direkten Fotoshooting für eure selbstgemachten Familienfotos, sondern greift auf bereits vorher geschossenes Footage zurück. Für ein Familienfoto in diesem nostalgischen Stil geht ihr folgendermaßen vor: sucht euch ein älteres oder auch jüngeres Familienfoto und dazu denselben oder einen sehr ähnlichen Ort, wo dieses Familienfoto aufgenommen wurde. Nun haltet oder stellt ihr dieses Familienfoto vor dem gleichen Hintergrund vor euch und fotografiert dieses Portrait in der Bildmitte ab. Das Ergebnis ist, dass im Vordergrund die Gegenwart zu sehen ist und im Hintergrund, bzw. dem Rahmen herum, die Vergangenheit – der Raum, egal ob innen oder außen, ist verändert. Wie gesagt, auf der Webseite von Dearphotograph sind zahlreiche solcher nostalgischen Familienfotos gesammelt, ihr könnt auch euer eigenes Familienfoto einreichen.

Auf dieser Seite findet ihr weiterführend unsere Vorschläge von brauchbaren Kameras im Test, die euch dabei helfen werden, hervorragende Familienfotos aufzunehmen.