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Die beste Ausrüstung für Portraitfotografie

Portraitfotografie kann man mit unterschiedlichen Kameras machen. Sowohl mit einem Smartphone, einer Kompaktkamera oder einer Bridge sind akzeptable Portraits möglich. Für wirklich hochwertige Fotos kommt man aber an einer Spiegelreflexkamera nicht vorbei – eine DSLR, etwa von Canon oder Nikon, ist unumgänglich für professionell aussehende Portraitfotografie. Für eine solche Kamera mitsamt Ausrüstung sind sowohl qualitativ und damit verbunden auch preislich nach oben keine Grenze gesetzt. In diesem Artikel findet ihr Tipps und Hinweise zur besten Ausrüstung, die man grundlegend für solide Portraitfotografie benötigt.

Kameras für Portraitfotografie

Es gibt viele Hersteller für Spiegelreflexkameras. Die beiden größten und renommiertesten aber sind Canon und Nikon. Unter Profi- und Hobbyfotografen gibt es jeweils emsige Verfechter für einen dieser beiden Hersteller. Es gibt manchmal auch richtigen Streit darüber, welcher Hersteller der bessere ist: Canon-Liebhaber schimpfen über Nikon und Nikon-Verfechter machen um Canon-Produkte einen großen Bogen. Ich selbst habe mit beiden schon gearbeitet und kann sowohl Nikon- als auch Canon-Produkte empfehlen. Letztendlich habe ich mich aber dann für Canon entschieden und nutze eine Canon EOS 5D Mark III seit Jahren – aber auch nur wegen der von uns genutzten Video-Aufnahmefunktion, die bei Canon etwas besser sein soll. Wie dem auch sei, es muss für anspruchsvolle Portraitfotografie keine mehrere tausend Euro teure Kamera sein. Für gelingende Portraitbilder genügt auch eine Canon EOS 600D, die ca. 2.000 € weniger kostet als die Canon EOS 5D. Bei den Nikon-Kameras empfehle ich euch die Nikon D5300, wenn ihr nicht so viel ausgeben wollt ist eine Nikon D3200 für weniger als 400 € auch ausreichend. Natürlich sind die teureren Modelle aus der Produktpalette von Canon oder Nikon qualitativ besser, von den Sensoren bis zur Verarbeitungsleistung. Aber für ordentliche Portraits bei gutem Licht reichen hierbei auch die preiswerteren Modelle. Und es gibt auch noch andere gute DSLR-Hersteller, außer Nikon und Canon.

 

Objektive für Portraitfotografie

Neben der Kamera ist das Objektiv selbstverständlich die wichtigste Ausrüstung für Portraitfotografie. Auch hierbei gibt es etwa von den Herstellern Canon und Nikon zahlreiche passende Objektive. Wessen Geldbeutel nicht so dick ist, als dass man sich die originalen, aber durchaus preisintensiven Objektive von Nikon oder Canon leisten kann, sind als Alternative die Objektive des japanischen Herstellers Tamron zu empfehlen. Tamron produziert für Canon oder Nikon, aber auch andere Hersteller wie Sony, maßgeschneiderte Objektive, allerdings oftmals für einen deutlich geringeren Preis bei vergleichbarer Qualität. Dabei hat Tamron sowohl Zoomobjektive als auch zahlreiche Festbrennweiten im Sortiment. Leider sind Tamron-Objektive meist nicht ganz so lichtempfindlich wie Canon- oder Nikon-Objektive. Falls ihr für eure Portraitfotografie aber die richtige Ausleuchtung trefft, dürfte ein weniger lichtstarkes Objektiv in diesem Fall kein großes Hindernis sein. Für die Fotografie von einem Portrait ist das absolute Minimum eine Brennweite von 50mm USM – wobei dies okay ist bei Ganzkörper-Bildern. Wesentlich besser ist ein Teleobjektiv ab 100mm. Noch geeigneter sind eine Brennweite von 135mm USM oder – ein ausreichend großer Raum vorausgesetzt – sogar 150mm USM bei Gesichts- und Kopfportraits. (USM steht für Ultraschallmotor, also für schnelle und leise Scharfstellung – achtet auf die Zusatzangabe USM bei der Objektivbeschreibung.) Von Weitwinkelobjektiven ist bei seriöser Portraitfotografie grundsätzlich abzuraten. Mit diesen können höchstens in bestimmten Situationen gute Portraitfotos gemacht werden, wenn man a) sein Model relativ zentral in der Bildmitte platziert, um Verzerrungen an den Seiten zu vermeiden und b) die Umgebung so interessant ist, dass die portraitierte Person idealerweise auf den Hintergrund abgestimmt ist. Ein Stativ ist für die Fotografie von einem Portrait nicht unbedingt ein Muss. Aber es ist immer gut, ein Stativ zu besitzen, auf das man notfalls zurückgreifen kann.

 

Lichtquellen für Portraitfotografie

Neben Kamera und Objektiv, die selbstverständlich die bedeutendste Ausrüstung für Portraitfotografie ist, ist gutes Licht die nächstwichtigste Komponente bei gelungenen Portraits. Gerade Anfänger unterschätzen oft, wie essentiell gute Beleuchtung bei der Fotografie allgemein ist. Denn damit kann man ganze Stimmungen und Atmosphären erzeugen. Nicht nur gute Portraitfotografie lebt von optimalen natürlichen Licht oder einer gelungenen Ausleuchtung.

Mann kann natürlich mit einer guten Kamera und einem tollen Objektiv durch Blende, Verschlusszeit oder ISO viele Parameter beachten, dass auch mit dem bereits vorhandenen Licht annehmbare Resultate erzielt werden. Doch bei Portraitfotografie in geschlossenen Räumen ist die gelungene Belichtung durch Lampen in den allermeisten Fällen für eine schicke Ausleuchtung grundlegend. Ihr benötigt dafür mindestens zwei Lichtquellen. Am Anfang könnt ihr auch mit Stehlampen oder Baulichtern experimentieren, um mit eurem Portrait erste Erfahrungen bei der Ausleuchtung zu sammeln: Wie bekommt ihr unliebsame Schatten am besten raus, oder wie wirken Bilder atmosphärisch?

Später, oder aber wenn ihr gleich richtig loslegen wollt, macht ihr als optimale Ausrüstung für gutes Licht mit einem Studioset nichts verkehrt. Bestenfalls verwendet ihr zwei Spirallampen auf Stativen mit Softboxen für euer Portrait. Damit könnt ihr für eure Portraitfotografie schon einiges anfangen. Besorgt euch eine Transporttasche dazu, falls diese nicht schon mit inbegriffen ist. Ich kann euch auf jedem Fall Studiosets von dem Hersteller Walimex empfehlen. Falls ihr erst einmal nicht so viel Geld ausgeben und selber probieren wollt, könnt ihr für eure Portraitfotografie eine Softbox auch selber basteln. Besorgt euch dazu 50-Watt-Lampen und benutzt eine Halbkugel aus Styropor. Fixiert michglasfarbiges Papier davor, am besten mit Klammern. So bekommt ihr schönes, weiches Licht wie aus einer richtigen Softbox. Doch Vorsicht: Achtet darauf, das Papier möglichst weit weg von der Lampe anzubringen, also den Styropor-Halbkegel möglichst großzügig zu gestalten. Sonst droht Brandgefahr! Im Internet gibt es zahlreiche Bauanleitungen für eine eigene Softbox, googelt einfach mal danach. Trotzdem ist es besser, langfristig das Geld für eine richtige Softbox auszugeben, besonders wenn ihr im Eigenbau nicht so bewandert seid. So viel kosten Softboxen nicht und sind gerade für Portraitfotografie immer erste Wahl.

 

Reflektoren für Portraitfotografie

Als weitere Ausrüstung bei solider Portraitfotografie ist zumindest ein Faltreflektor zu empfehlen. Diese dienen unter anderem dazu, unliebsame Schatten zu entfernen oder bei Portraits bestimmte Gesichtsbereiche aufzuhellen. Das ist auch wichtig für Fotos mit Blitzlicht – somit wird eine Kopfseite angestrahlt und auf der anderen Hälfte die Konturen mit abgeschwächtem, reflektiertem Licht gezeichnet.

Es gibt viele Faltreflektoren in unterschiedlichsten Größen und Preisklassen. Gute Reflektoren, die für solide Portraitfotografie völlig ausreichend sind, gibt es bereits ab 15 €. Achtet darauf, dass sich silberne, goldene und weiße Projektionsflächen daran befinden, sodass ihr für jede Lichtsituation gleich die richtige Reflektion parat habt. Ein Kauftipp für einen günstigen und zuverlässigen Faltreflektor ist der Delamax 5in1 Reflektor, mit dem ich selber gute Erfahrungen gemacht habe. Wenn ihr euer Portrait allein fotografiert und keinen Assistenten habt, der den Reflektor halten kann, besorgt euch ein passendes Stativ dazu. Damit seid ihr unabhängig und flexibel, wenn ihr den Reflektor verrücken müsst. Achtet beim Stativkauf darauf, dass Klemmverschlüsse als Halterung schon dabei sind, sodass ihr sie nicht extra kauft. Wenn ihr allerdings zunächst die Wirkung eines Reflektors testen wollt, könnt ihr dieses erst einmal mit einer Styroporplatte probieren. Lasst dabei eine Seite weiß und beklebt die andere Seite mit Alufolie, bzw. besprüht diese mit Silberspray. Das reicht für gute Effekte bei eurer Portraitfotografie am Anfang aus.

 

Blitzgeräte für Portraitfotografie

Grundsätzlich braucht ihr nicht unbedingt Blitzlicht, wenn ihr eurer Model bereits gut, optimal mit einer Softbox, ausgeleuchtet und die Einstellungen an der Kamera richtig getroffen habt. Blitzlicht wirkt immer etwas künstlich, kann aber auch eine besondere Wirkung entfalten, besonders bei der Portraitfotografie. Es gibt als Ausrüstung sowohl Aufsteckblitze, die man auf die Kamera setzt, als auch externe Systemblitze, die ihr unabhängig von der Kameraplatzierung aufstellen könnt. Je nachdem, für welche Art von Blitzlicht ihr euch entscheidet, ihr solltet bestenfalls ein Blitz mit 150 Ws (Wattsekunden) kaufen. Mehr muss es bei einem Studio für zuhause bei der eigenen Portraitfotografie nicht sein. Sehr gute Blitzgeräte kosten um die 100 €, mehr als 150 € würde ich keinesfalls dafür ausgeben. Zu empfehlen als gutes und günstiges Blitzgerät für Portraitfotografie ist z.B. der Yongnuo YN-560 II Speedlite. Dieser kostet zwischen 50 und 60 € und funktioniert für alle gängigen Kameras (sowohl Canon EOS als auch Nikon). Ein Vorteil des Yongnuo YN-560 II Speedlite ist auch, dass ihr den Blitz drehen könnt. Das bedeutet, ihr könnt auch nach hinten, etwa gegen eine Wand, blitzen. Dabei könnt ihr die Reflektion nutzen, damit das Blitzlicht nicht so stark überstrahlt und etwas weicher auf euer Portrait-Model fällt – etwas einfach gesagt also ein Softbox-Ersatz.

 

Hintergründe für Portraitfotografie

Selbstverständlich könnt ihr natürliche Hintergründe verwenden. Am besten ist eine weiße Wand. Diese sollte aber möglichst glatt und sauber sein, es sollten also keine Flecken zu sehen sein. Eine Raufasertapete fällt auch aus, es sei denn, sie ist soweit weg vom Motiv und daher so unscharf, dass man ihre Struktur nicht ausmachen kann. Viele haben aber keine solche Wand, ebenso keine saubere schwarze oder graue Wand. Daher gibt es von vielen Anbietern Studiohintergründe zum Kauf. Wenn ihr zuhause fotografieren wollt, sollte euer Studio möglichst flexibel auf- und abbaubar sein. Grundsätzlich besteht ein solches Studio für den Home-Bereich aus zwei Stativen, die über eine Querstange verbunden sind, worüber dann der schwarze oder weiße Leinwandstoff gespannt wird. Wichtig ist, den Stoff glattzustreichen und sauber zu fixieren. Sonst entstehen unschöne Falten bei eurem Hintergrund, die man auch in der Unschärfe noch erkennen kann. Alternativ zu den Stoffhintergründen als Studio gibt es HiLite-Hintergründe von der Firma Lastolite. Das sind feste auf- und abbaubare Hintergründe, die selbst leuchten. Der Portraitierte kann in diesem Fall also auch ganz nah vor dem Studio stehen. Fotos mit solchen Hintergründen ergeben einen interessanten Effekt. Dagegen aber spricht der Preis – unter knapp 500 € bekommt man meistens nichts Ordentliches. Der Auf- und Abbau nimmt – wenn man ungeübt ist – einiges an Zeit und Mühe in Anspruch. Auch nehmen HiLite-Hintergründe viel Platz weg und sind daher nur empfehlenswert, wenn man einen großen Raum zur Fotografie zur Verfügung hat. Man kann mit etwas Ausprobieren diesen Effekt in abgeschwächter Form auch selbst hinbekommen, etwa durch Überbelichtung eines weißen Hintergrundes von einer Lampe, die man hinter der Leinwand platziert.

 

Schlusswort

Probiert lieber selber erst einmal mit improvisierten Sachen aus (Tipps dazu findet ihr oben im Artikel). Bevor ihr euch teure Ausrüstung zulegt, testet aus, ob Portraitfotografie etwas für euch ist. Viele gute Effekte für tolle Portraits könnt ihr selber machen. Erst wenn ihr tatsächlich merkt, dass Portraitfotografie euch liegt und Spaß macht, könnt ihr euer Inventar allmählich durch Käufe erweitern.